Flüchtlingsbeschulung

eine Herausforderung (nicht nur) für unsere Schulen

Ein Blick nach Frankreich genügt und sollte genug Hinweise auf die Konsequenzen einer nicht gelungenen Integrationspolitik geben: Brennende Autos sind nur der Anfang und ein Indiz für die Bildung einer Parallelgesellschaft. Allerdings Grund genug, sich mit der Problematik der Integration von Flüchtlingen mit mehr als einer Schlagzeile auseinanderzusetzen. Und das nicht nur um Fehlentwicklungen und Horrorszenarien entgegenzuwirken, sondern auch um die angespannte und fordernde Situation als Chance für die ges ellschaftliche Weiterentwicklung zu nutzen.

Die Beherrschung der deutschen Sprache ist dabei der Schlüssel zum Bildungs- und Integrationserfolg. Somit liegt ein Teil der Verantwortung in den Schulen. Ein Teil. Die Beschulung der stark wachsenden Zahl von Flüchtlinge und Zuwanderer stellt sowohl inhaltlich als auch organisatorisch eine Herausforderung dar. Die Kinder und Jugendliche kommen mit sehr unterschiedlichsten Vorerfahrungen in den Schulen an. Zudem erfordert auch die Anzahl an Herkunfts- oder Muttersprachen von den Lehrkräften viel mehr als nur Hintergrundwissen und didaktische Kompetenz.

Es ist richtig und wichtig, dass es Intensivunterricht in Deutsch gibt. Es ist wichtig und richtig, dass in allen Bundesländern Willkommens- oder Vorbereitungsklassen an Schulen eingerichtet worden sind.

Das Gelingen der Integration ist dadurch aber keineswegs gesichert. Dies noch nicht einmal in Ansätzen, wenn die Lehrkraft das einzige Sprachvorbild bleibt, wenn Deutsch im Alltag dieser Kinder und Jugendlichen keine Rolle spielt, wenn die Erwachsenen keine Deutschkurse erhalten: In Flüchtlingsunterkünften werden viele Sprachen gesprochen, Deutsch gehört eher selten dazu. Der Schule wird die Verantwortung für den Bildungserfolg zugeschrieben, doch die hier beschriebenen Rahmenbedingungen außerhalb von Schule machen deutlich, dass dieser Ansatz zu kurz greift. Denn es kommen weitere Hindernisse, wie häufige Umzüge und damit Schulwechsel, wenig Kontakt zu deutschsprechenden Kindern und Jugendlichen ihres Alters hinzu, die Integration eher behindern.

Nur Ansätze, die Sprachkompetenz und Wertevermittlung im Fokus haben und dabei auch auf alle Rahmenbedingungen Einfluss nehmen, bieten die Chance für eine wirksame Integration und verhindern damit die Entstehung von Parallelgesellschaften.