Digitale Bildung: Deutschland hoffnungslos abgehängt

Berlin, 05.12.2016 – Immerhin deutlich vor Thailand und der Türkei konnte sich das deutsche Bildungswesen im Bereich der digitalen Bildung platzieren. Insgesamt reichte es aber nur zu einem Platz im unteren Mittelfeld. Diese erschreckend traurige Bilanz hat sich aus der OECD-Studie ergeben und die Politik offensichtlich in helle Aufruhr versetzt. Kaum waren die ersten Zahlen auf dem Tisch, wurden aus Politik und Ministerien als Allheilmittel Summen ins Spiel gebracht, mit denen die unhaltbaren Zustände im deutschen Bildungssystem übertüncht werden sollen.

Es ist hinlänglich bekannt, dass die Bildungsausgaben in Deutschland im internationalen Vergleich hinterherhinken. Die Bereitschaft der politisch Verantwortlichen, zusätzliche Mittel zur Verfügung zu stellen, ist deshalb durchaus zu begrüßen. Zu zukunftsweisenden Überlegungen und sinnvollen Konzepten findet sich aber an keiner Stelle ein Wort. Gelder im Gießkannenprinzip zu verteilen, kann nicht die Lösung sein.

Der ASD hält dies für eine unverantwortliche Vorgehensweise. Ohne Konsens über grundsätzliche Ziele und Klärung des komplexen Gesamtzusammenhangs von rechtlichen und technischen Voraussetzungen sowie Ausbildungserfordernissen werden Investitionen sicherlich mittelfristig, wenn nicht sogar kurzfristig ins Leere laufen.

Der ASD fordert deshalb auf Bundesebene den Einsatz eines interdisziplinären Fachgremiums, in dem alle relevanten Professionen von IT-Spezialisten über Pädagogen bis zu Zukunftsforschern eine Plattform finden. Diese sollten Standards formulieren, damit Schüler und Schülerinnen nachhaltig zur versierten praktischen Nutzung von digitalen Medien und deren verantwortungsvollen Umgang befähigt werden. Auf dieser Grundlage können dann Entscheidungen im Hinblick auf eine bundesweite Infrastruktur gefällt werden. In diesem zeitlichen Zusammenhang ist es dringend notwendig auch die vielen offenen rechtlichen Fragen in Bezug auf Datenschutz, -sicherheit und Verantwortlichkeiten zu klären.

Nur auf dieser sicheren Basis sollten allgemeingültige Standards zur Ausstattung und zum technischen Support von Schulen sowie zur Lehreraus- und Fortbildung getroffen werden. Dann muss die Umsetzung zügig in allen Bildungsbereichen erfolgen. Nur auf diesem Weg werden die eingesetzten Ressourcen dazu beitragen, dass Deutschland in der digitalen Bildung auch international Anschluss gewinnt.